Tag 3: Einkaufen auf dem Maasai Markt

Heute ging es zum Maasai Markt in Nairobi. Der Markt findet täglich an einem anderen Ort statt, weswegen wir uns vorher schlau gemacht hatten, wo wir hin müssen (http://www.kenyanpoet.com/2014/04/04/the-maasai-market-open-days-schedule-in-nairobi)

Wir hatten uns schon am Tag zuvor gefragt, wieso sehr wenige Touristen anzutreffen sind und erfuhren von einer Händlerin, dass in einer Woche Wahlen anstehen. Da erinnerten wir uns auch wieder an den Hinweis des Auswärtigen Amts, dass es in den Wochen vor den Wahle zu Unruhen kommen könnte.

Neben einigen aufdringlichen Händlern hatte es auch viele, welche gleich einen fairen Preis bei guter Qualität boten. Es gab Schnitzereien aus Holz und Stein, Gemälde, Kleidung, Schmuck und und und zu kaufen. Wir erwarben Besteck aus Olivenholz von einem Zwischenhändler, der das Besteck unbehandelt anbot und vor unseren Augem ölte, wodurch die typische Maserung des Olivenholzes betont wurde. Der Heimtransport unserer Einkäufe verdient einen Abschnitt für sich. Auf dem Markt lernten wir ausserdem, wie gefälschtes von echtem Ebenholz zu unterscheiden ist. Hier sollte darauf geachtet werden, dass Ebenholz sehr schwer ist und die tiefschwarze Farbe in poliertem Zustand stark glänzt. Ein relativ leichtes Stück Holz, das eher matt und dunkelgrau erscheint, spricht hingegen für eine Fälschung. Auch Kratzer und Bruchstellen, die helle Farbe zum Vorschein kommen lassen, sind ein klares Anzeichen dafür, dass es sich hierbei nicht um Ebenholz handelt, sondern lediglich ein anderes Holz übermalt wurde.

Da unsere Reise noch ein paar Monate andauert und wir unsere Einkäufe nicht einmal um die Welt transportieren möchten, beschlossen wir diese heimzuschicken und suchten eine kenianische Poststelle auf. Paketboxen werden dort schon mal keine verkauft, wir sollten es aber bei einer gegenüberliegenden Buchhandlung probieren. So zogen wir weiter zu Marys Buchladen nebenan, der über und über mit gerahmten Bibelzitaten dekoriert war. Für umgerechnet knapp 1 CHF erwarben wir einen Pappkarton, Zeitungen zur Polsterung und eine Rolle Klebeband.

Mit unserer Gepäckwaage wogen wir bereits vor Befüllen des Kartons alles, was hinein sollte, und kamen auf ein Gesamtgewicht (inkl.Karton) von rund 4.8kg. Nachdem wir alles sicher verpackt hatten, gingen wir zur Post zurück und füllten als erstes das Zollformular aus. Es war inzwischen 30min vor Ladenschluss, wir lagen also gut in der Zeit. Wir hatten ausgerechnet, dass die gewogenen knapp 5kg umgerechnet 20 CHF kosten. Leider hatten wir hatten die Rechnung ohne die unzuverlässigen Koffer- bzw. Paketwaagen gemacht, denn gemäss postinterner Gewichtsbestimmung kam unser Paket plötzlich auf über 5kg und damit auf Versandkosten von 30 CHF. Da wir diesen Betrag nicht mehr in Kenianischen Schilling hatten, fragten wir, ob wir auch mit US Dollar oder Karte bezahlen könnten. Natürlich war dies nicht möglich. So startete die Suche nach dem nächsten ATM.

Mittlerweile war es 17:00 und die Poststelle hätte eigentlich bereits geschlossen. Liebe Schweizer Post, jetzt könnt ihr etwas in Sachen Kundenservice lernen. ATM Nummer eins war „out of the money“ (hatte kein Geld mehr), ATM Nummer zwei hatte nicht einmal mehr Strom (ausser Betrieb). Also schnell zurück zur Post und gefragt, ob wir einen Teil mit Schilling und einen Teil mit USD zahlen und sie uns das Wechselgeld in Schilling geben könnten. Offiziell ginge dies nicht, wurde uns mitgeteilt, während das Paket für den Versand vorbereitet wurde. Inoffiziell verliessen wir die Post mehr als 30 Minuten nach Feierabend ohne Pappkarton, dafür mit einer Trackingnummer. Auch wenn die Post keine Fremdwährung akzeptiert, so nahm die geduldige Postangestellte unsere USD um diese am nächsten Tag selbst gegen Kenianische Schilling einzutauschen. In Kenia hatten wir durchgehend das Gefühl, dass man immer irgendwie eine Lösung findet. Alle Leute waren extrem hilfsbereit und freundlich, wie wir am gleichen Tag noch einmal erfahren sollten.

Am Abend gingen wir bei Mama Rocks (https://mamarocksburgers.com) essen. Mama Rocks ist ein Food Truck, der sich meist an der gleichen Stelle in einem Ausgehviertel in Westlands befindet. Hier waren wir in einem gehobeneren Teil von Nairobi, wie wir schon beim Einlass auf das Gelände merkten, das stark mit Sicherheitspersonal abgeschirmt wurde. Uns war es sehr peinlich, dass wir die einzigen waren, die noch Safarikleiung mit langer Hose und Wanderschuhen trugen, während alle anderen Besucher (sehr viele weisse Expats, wie uns schien) sehr schick gekleidet waren. Zum Essen gab es Mango Burger, Guaven Chicken Wings, süsse Kochbananen und einen Hibiskusdrink. Während des Essens konnte man den Dokumentarfilm über Amy Winehouse gucken, da jeden Dienstag auf dem Gelände ein kostenloses Open Air Kino für die Gäste stattfand. Eine sehr gute Initiative, wie wir fanden, die gerne Nachahmer bei uns finden könnte. Da wir ins Hotel gerne ein Uber genommen hätten, aber das WLAN nicht funktionierte, half uns das Personal kurzerhand aus, indem mit einem privaten Handy ein Hotspot für uns erstellt wurde.

Fazit: Wir haben selten durchgehend so freundliche, hilfsbereite Menschen wie in Nairobi getroffen. Der kurze Eindruck, den wir vom Land gewinnen konnten, war sehr positiv und entspricht überhaupt nicht dem Bild, das durch gewisse Reisewarnungen vermittelt wird („Nairobbery“). Natürlich sollten gerade in gewissen Gegenden die üblichen Vorsichtsmassnahmen getroffen werden, dennoch finden wir, dass der eingebrochene Tourismus durchaus unterstützt werden sollte, und wir können eine Reise nach Nairobi nur wärmstens empfehlen.

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