Tag 5: Mit dem Dala Dala zur Spice Tour

Über den Managing Director Foum Ali Garu vom Zanzibar Heritage Spice Center hatten wir eine private Spice Tour vereinbart. Da Zanzibar als Insel der Gewürze bekannt wurde, wollten wir uns diese Tour auf keinen Fall entgehen lassen. Taxis sind in Zanzibar unglaublich teuer, daher beschlossen wir die sogenannten Dala Dalas, kleine Transporter mit seitlichen Sitzbänken, zu testen, da dies auch als abenteuerliche Fortbewegung empfohlen wurde. Um es vorweg zu nehmen, Dala Dalas sind zumindest mit Gepäck die unbequemste Art zu reisen, die wir bisher erlebt haben. Unsere Taschen wurden auf das Dach verladen, auch wenn wir nicht sicher waren, ob sie den Transport heil überstehen würden. Ein Tipp um Abzocken vorzubeugen: Immer den Kondukteur in der weiten Weste (meist braun, sahen aber auch welche in blau und grau) bezahlen. Das Gepäck kostet extra, aber keinesfalls mehr als ein zusätzlicher Passagier zahlen würde, d.h. nicht mehr als 2000 TSH, das sind umgerechnet ca. CHF 1.

Über holprige Strassen ging es nun für gefühlt sehr lange Zeit Richtung Spice Farm. Immer wieder stiegen Leute ein und aus und das Dala Dala wurde ohne Gnade beladen, bis man sich wie in einem Massentiertransport vorkam. Schliesslich kamen wir unbeschadet mit unserem Gepäck beim Tourentreffpunkt an. Hätten wir uns nicht vorher informiert, wie das grosse Schild am Eingang der Spice Farm aussieht, wären wir vermutlich einfach weitergefahren ohne etwas zu merken. Da Foum Ali Garu uns geschrieben hatte, wir sollten seinen Mitarbeiter kontaktieren um nicht von anderen Touranbietern abgeworben zu werden, wimmelten wir zunächst alle herbeieilenden Personen ab, bis uns einer unsere geschickte WhatsApp Nachricht zeigte. Unsere Tour konnte also starten. Ausser unserem Guide war auch noch sein Assistent dabei, der während der Tour tolle Kunstwerke aus Palmblättern bastelte.

Auf der Tour erfuhren wir sehr viele interessante Fakten zu den auf Zanzibar wachsenden Gewürzen und Früchten. So wissen wir jetzt, dass „Chai“ Tee und „Masala“ nichts anderes als gemischt bedeutet. „Masala Chai“ ist also ein gemischter Gewürztee. Wir lernten, dass aus der Wurzel des Zimtbaumes Tiger Balm gewonnen wird und dass Pfeffer je nach Reifegrad grün, weiss, rosa oder schwarz ist, wobei grüner und schwarzer Pfeffer am gesündesten sind. Zum Abschluss kletterte der Assistent auf eine Kokospalme um eine frische Kokosnuss zu ernten und gab uns das Kokoswasser der bis zum Rand gefüllten Nuss zu trinken. Frischer geht’s nicht. Während der Tour konnten wir immer wieder Gewürze und Früchte probieren, womit das Erklärte nicht bloss Theorie blieb. Eine sehr gute Erfahrung und wir empfehlen die Tour weiter, so lange man sie nicht im Rahmen einer Pauschaltour ab Zanzibar bucht (grosse Tourigruppen und viel teurer).

Anschliessend ging es weiter nach Nungwi, wo unser Tauchkurs zum Advanced Open Water Diver starten sollte. Wir wählten wieder das Dala Dala, was sich als keine gute Idee entpuppte. Zunächst mussten wir ein Stück zurück bis zur Haltestelle des Dala Dala Richtung Nungwi zurückfahren. Unser Guide der Spice Tour war uns dabei eine grosse Hilfe. Er organisierte einen Transport auf der Ladeklappe eines Transporters, mit dem wir kostenlos bis zur Dala Dala Station trampen konnten. Er kam auch mit, um uns bei der Wahl des Dala Dala behilflich zu sein. Die Fahrt mit dem Gefährt zog sich länger als gedacht und dann setzte auch noch ein kurzer Regen ein, der das auf dem Dach befindliche Gepäck durchnässte. Nach rund zwei Stunden Fahrt und einer gefühlten Ewigkeit kamen wir schliesslich in Nungwi an und fanden auch unser Airbnb, das sich als recht gewöhnungsbedürftig herausstellte. Wlan und Klimaanlage funktionierten nicht, die Dusche und das WC teilten sich einen Platz und die dünnen Vorhänge liessen jeden Vorbeilaufenden einen Blick in unser gesamtes Zimmer gewähren.

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