Tag 20: Chaos, Hitze, Pyramiden – Eine Stippvisite bei den Pharaonen

Bereits bei unserer Ankunft am Flughafen Kairo erahnten wir, was uns am folgenden Tag erwarten sollte. Da unser Round the World Ticket ab Kairo startete, mussten wir einen Zwischenstopp in Kairo unweigerlich einplanen und wenn wir schon mal vor Ort waren, so wollten wir uns die Pyramiden natürlich nicht entgehen lassen. Nach Verlassen des Flughafengebäudes schlug uns auch am späten Abend noch eine Hitzewand entgegen und zig Taxifahrer stürzten sich auf uns als wir uns auf die Suche nach unserem gebuchten Fahrer machen, den wir schnell ausfindig machen konnten. Genialerweise verläuft zwischen Flughafenausgang und Abholbereich noch eine Strasse, wobei der Abholbereich von einem Gitter umrahmt ist, so dass wir zwischen Gitter und Strasse ein Stück laufen mussten, um zu unserem Fahrer zu gelangen. Sicher ist anders. Schliesslich hatten wir es geschafft uns durch die Menschenmasse zu unserem Fahrer durchzukämpfen und befanden uns auf dem Weg nach Gizeh, wo sich unser Hostel und die Pyramiden befinden. Auf dem Weg Stau, Stau, Stau. Das konnte bei der Fahrt zum Flughafen am nächsten Tag ja lustig werden. Als wir uns Gizeh näherten, sahen wir bereits die Absperrungen der Polizei um das Touristengebiet abzuschirmen. Als wir im Great Pyramide Inn ankamen, gab es erstmal eine kleine Verkaufsveranstaltung für Touren ehe wir todmüde ins Bett fallen konnten.

Am nächsten Morgen beim Frühstück genossen wir das grösste Verkaufsargument unseres Hostels. Dieses befindet sich nämlich direkt neben den Pyramiden und hat die höchste Dachterrasse aller umliegenden Unterkünfte, so dass wir beim Frühstücken einen Panoramablick über die drei grossen Pyramiden und die Sphinx geniessen durften. Danach sollte es bei brütender Hitze weiter zu den Pyramiden gehen. Wir hatten schon gehört, dass die Verkäufer aufdringlich sein können, aber so schlimm hatten wir es uns nicht vorgestellt. Ohne Unterbruch biederten sich Souvenirverkäufer, Tourguides, Fahrer, und so weiter und so fort bei uns an, um ihre Waren an den Mann zu bringen. Irgendwann hatten wir uns zum Eingang der Pyramiden durchgeschlagen und zahlten den Eintritt, der mit Studentenausweis nur die Hälfte beträgt. Man merkte, dass der Terrorismus in Ägypten Spuren hinterlassen hatte und die Nebensaison bei unerträglichen 43 Grad ein Übriges dazu betrug, denn so verlassen hatte man die Pyramiden sicher selten gesehen. Wir machten den Fehler uns für einen Transport mit einem Pferdewagen zu entscheiden. Fehler, weil unser Fahrer erstens faul war und versuchte, so wenig wie möglich in der vereinbarten Stunde zu fahren, und zweitens scheinbar auch taub, denn er machte immer genau das Gegenteil von dem, was wir wollten. Zudem sahen bei einem genaueren Blick die Pferde nicht wirklich gut behandelt aus, was uns immer sauer aufstösst.

Eigentlich wollten wir zum Aussichtspunkt mit allen Pyramiden, unser Fahrer wusste es aber besser und lud uns bei einem aufdringlichen Typen ab, der ums Verrecken nicht kapierte, dass wir keine Kameltour zu den Nine Pyramids wollten. Als wir schliesslich einwilligten ein Foto auf seinem Kamel zu machen, damit er Ruhe gab, setzte sich dieses in Bewegung, da er scheinbar etwas falsch verstanden hatte. Irgendwann schafften wir es, die Farce abzubrechen, da wurde er frech und verlangte ein ordentliches Trinkgeld für seine „tollen“ Dienste. Wir gaben ihm einen Bruchteil seiner Forderungen und sahen unter wüsten Beschimpfungen zu, dass wir Land gewannen. Als wir nach einer Stunde unsere Pferdekutsche verliessen, um zu Fuss weiter zu ziehen, wurde auch unser unfähiger Fahrer frech und verlangte nach Trinkgeld. Wir erklärten ihm, dass ein Trinkgeld nur bei entsprechender Leistung gezahlt wird und er zog von dannen.

Die Hitze brennt immer mehr und wir entschliessen uns, die grosse Cheopspyramide von innen zu besuchen. Irgendwo muss es ja kühler sein. Nach einer Odyssee, um das Kassenhäuschen zu finden, betreten wir mit unseren Tickets schliesslich die Pyramide.  Kühl ist es aber auch hier nicht, im Gegenteil, die Hitze staut sich geradezu. Fast auf allen Vieren kriechend erkunden wir die Gänge und sind froh, das mal erlebt zu haben, aber auch, dass wir wieder aus der Pyramide raus sind. Nach dem Hitzeschock gehen wir schnell in den nächsten KFC, da dieser eine gute Klimaanlage hat und kaufen uns zum Sensationspreis von unter 1 CHF eine 1.5 Liter Flasche Pepsi. Solche Preise wären in Europa auch mal schön.

Da wir nur einen Tag Zeit haben, vereinbaren wir mit unserem Hostel, dass wir samt Gepäck zum Flughafen gefahren werden und auf dem Weg dorthin einen Stopp am Ägyptischen Museum einlegen. Unser Fahrer Ali ist der Hammer. Eigentlich dachten wir, er sei nur unser Fahrer, er stellt sich aber als mehr als das heraus. Ali hat früher in Sharm el Sheik als Tourguide gearbeitet, bevor der Tourismus zusammen gebrochen ist. Seither ist er als Fahrer in Kairo tätig. Nicht nur, dass er uns sicher und schnell zum Museum und Flughafen bringt, nein, Ali zeigt uns unterwegs Sehenswürdigkeiten und erklärt uns etwas dazu, er stoppt, wenn wir ein Photo machen wollen, ist witzig und gleichzeitig nicht aufdringlich. Nach den bisherigen Erfahrungen in Kairo eine tolle Ausnahme. Wenn ihr in Kairo seid und Alis Kontaktdaten wollt, meldet auch bei uns.

Unser Stopp im ägyptischen Museum ist sein Geld wert. Auch wenn Olaf und ich keine  grossen Museumsfans sind, das ägyptische Museum ist sehr faszinierend. Neben Sarkophagen, Skarabäen und dem sagenhaften Tut-ench-Ammun Raum ist auch die Mumienkammer gegen einen Aufpreis zu empfehlen.

Selbst zum Flughafen gibt es hier einiges zu erzählen. Zunächst wurde unser Ticket nicht anerkannt, da das Round the World Ticket „suspended“ wurde, wie uns der Agent am Schalte mitteilte. Wir wurden also ins Büro von Royal Jordanien gebeten und die Telefoniererei mit unserem Reisebüro RTW Experts, dass wir kein zweites Mal bemühen würden startete. Kurz vor Boarding unseres Fluges und CHF 90 Roaminggebühren später, da man sich in Kairo weigerte das Telefon benutzen zu dürfen bzw die Nummer für einen Rückruf rauszurücken, hatten wir es geschafft, das Ticket zum Laufen zu bekommen. Was für ein Nervenkrieg. Danach gingen wir durch die Siko, wobei Laptop, Flüssigkeiten und Piepsen beim Marschieren durch den Scanner, hier keinen interessieren. Dafür gibt’s noch einem eine Siko, wenn man aus der vergammelten Lounge, in welcher es noch nicht mal Gläser gibt, kommt, wobei auch hier wieder keiner interessiert ist, wenn man Flüssigkeiten dabei hat. Erschöpft haben wir uns in der Business Class von Royal Jordanien niedergelassen, um den Dreamliner auf der 1.5 stündigen Strecke nach Amman zu geniessen.

Tag 10: Unsere Safari startet hoch zu Ross

Zum Start unserer Rundreise durch Südafrika hatten wir eine Horseback Safari bei Harties Horse Trails in der Nähe Johannesburgs gebucht. Leider mussten wir uns die Tour mit einer Gruppe aus Israel teilen, die nicht nur unentschuldigt zu spät erschien, sondern auch während der gesamten Tour alle Anweisungen unserer Guides konsequent missachtete und ihre Pferde nicht im Griff hatte. Immer, wenn eins unserer Pferde vorbeiziehen wollte, biss ihr Pferd nach unserem oder versperrte ihm den Weg – echt mühsam.

Auch wenn wir immer das Gefühl hatten, in einem grossen Zoo zu sein, so ist es ein Erlebnis, Zebras so nah zu erleben und sie sogar streicheln zu können. Ein richtiges Safari Feeling kam aber nicht auf und so freuten wir uns schon auf den anstehenden Besuch im Kruger National Park.

Nach unserer Horseback Safari stand ein kurzer Ausflug nach Pretoria auf dem Programm, welches auf dem Weg nach Sabie, unserem Nachtlager, liegt. In Pretoria sahen wir uns das historisch bedeutsame Voortrekker Denkmal an, das auch einen tollen Ausblick auf Pretoria und Umgebung ermöglicht. Das Voortrekker Denkmal sollte uns bei unserer Reise später nochmals im Apartheitsmuseum begegnen. Als zweiten und letzten Stopp hielten wir bei den Union Buildings mit der davorstehenden Nelson Mandela Statue. Nach einer langen Fahrstrecke kamen wir schliesslich in Sabie, dem letzten Aufenthalt vor unserer Kruger Tour, an.

Tag 9: Tinga Tinga Shopping in Dar es Salaam

Für unseren einzigen Tag in Dar es Salaam entschlossen wir uns, die Tinga Tinga Arts Co-operative Society (http://www.tingatinga.org) zu besuchen. Dort kreieren und verkaufen regionale Künstler ihre Werke wie z.B. Gemälde, Skulpturen und weitere Kunstgegenstände. Es gibt so viel zu sehen und zu lernen, dass es sich schon mehr um ein Museum als einen Markt handelt. Schlussendlich entschieden wir uns ein paar Gemälde und Türschilder zu kaufen, wobei ein Grossteil der Gemälde von einem Künstler namens Sunday stammte, den wir vor Ort trafen. In unserer Gallerie könnt ihr uns auf einem gemeinsamen Foto mit Sunday sehen, der gerade sein neuestes Werk malt. Wir können den Markt allen wärmstens empfehlen, da man hier nicht nur tolle Kunst bekommt, welche garantiert nicht aus einer industriellen Fertigung aus Fernost stammt, sondern auch noch regionale Künstler aus Dar es Salaam unterstützt. Da uns das Bargeld ausging und Kreditkarten nicht akzeptiert wurden, mussten wir ein paar Tansanische Schilling organisieren. Neuer Ort, gleiches Spiel wie in Nairobi und Zanzibar: ATM Nr 1 zeigt minutenlang „Start up is processing“, ATM Nr 2 hat keine Moneten geladen, ATM Nr 3 funktioniert, aber mit Gebühr. Als Fazit haben wir mitgenommen, dass in Afrika nur Geldautomaten, die eine Gebühr erheben, nutzbar sind. Nach unserem ausgiebigen Shopping wollten wir mit einem Uber zum Flughafen. Mehrere Quellen hatten berichtet, dass das nicht möglich sei. Stimmt aber nicht. Allerdings sollte man einen grosszügigen Puffer einplanen, da dank Strassenarbeiten und Stau die von Google Maps vorgeschlagene Zeit durchaus mal 2 genommen werden kann. Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie am Flughafen Dar es Salaam gearbeitet wird, werft einen Blick in unsere Galerie. Einfach unglaublich. Schließlich waren wir ganz froh drum, den Flug mit South African Airlines in Business gebucht zu haben. Da wir den ganzen Tag mit Einkaufen beschäftigt waren und daher das Essen ganz vergessen hatten, konnten wir in der Tanzanian Lounge endlich einen Happen zu uns nehmen. Hier haben wir auch unser Lieblingsgetränk in Südafrika entdeckt: Stoney Tangawizi, eine Ingwerlimo. Der Flug mit South African Airways war unspektakulär, das Essen so lala, aber der Service gut. Nach unserer Landung in Jo’burg liefen wir nach einem Abstecher in der Apotheke, da Olaf sich erkältet hatte, gleich zum Mietwagenschalter. Hier fragte der Mitarbeitet mehrmals nach, wo Olaf denn seine Stimme verloren hatte, obwohl dieser kaum noch sprechen konnte. Small talk ad absurdum. Schliesslich konnten wir uns aber auf den Weg zu unserem Hostel in der Nähe des Flughafens machen, von wo aus am nächsten Tag unsere Safari durch Südafrika starten sollte.

Tag 8: Wattwanderung auf Puderzuckersand in Jambiani

Nach unserem bestandenen Advanced Open Water Diver wurden wir von Simon, unserem Fahrer für die Strecke nach Jambiani, in Nungwi abgeholt. Unser Plan, in Jambiani früh morgens zum Schwimmen zu gehen, fiel ins nicht vorhandene Wasser, da gerade Ebbe herrschte. Also wurde statt Schwimmen eine Wattwanderung im puderzuckerweissen Sand gestartet. Wir sahen nicht nur einheimische Seegrassammlerinnen und Fischer bei ihrer Arbeit, sondern auch vielfältige Meeresbewohner wie Seesterne, Fische, Wasservögel und Krabben. Danach genossen wir in unserer Unterkunft ein reichhaltiges Frühstück mit frischen Früchten, Omelette, Chapati, Saft und Kaffee. Unsere Fähre nach Dar es Salaam sollte um 16:00 ablegen und daher brachen wir nach dem Frühstück mit dem Taxi nach Stone Town auf. Da keine Economy Tickets mehr verfügbar waren, buchten wir die letzten VIP Tickets, was uns gemütliche Sessel auf der Fähre bescherte. Wir wollten noch kurz etwas in Stone Town essen ehe unsere Fähre ablegte und verstauten das Gepäck gegen ein Trinkgeld bei der Fährgesellschaft. Wir verabschiedeten uns von Zanzibar und betraten die Fähre Richtung Dar es Salaam über den VIP (Very Important Plushy) Eingang. Eine Buchung für USD 15 mehr in VIP Class können wir nur empfehlen, da auch das Gepäck separat geliefert wird und wir keine 10 Minuten nach dem Anlegen bereits mit unserem Gepäck unterwegs zu unserem Fahrer waren, während sich die Massen an Economy Reisenden noch um ihr Gepäck prügelten.

Tag 6-7: Tauchkurs im indischen Ozean

Pünktlich zum Ende der Winterpause hatten wir im April unseren Tauchschein zum PADI Open Water Diver in Meersburg am Bodensee erworben. Unsere ersten Tauchgänge hatten wir bei sage und schreibe 8 Grad Wassertemperatur absolviert, nachdem es am Tag zuvor noch geschneit hatte. Danach schworen wir uns, nie wieder bei solchen Temperaturen tauchen zu gehen.

In Zanzibar schienen die Bedingungen mit 26 Grad Wassertemperatur ideal. Unser Tauchkurs zum PADI Advanced Open Water Diver startete bereits frühmorgens, da wir es am Vortag nicht mehr rechtzeitig nach Nungwi geschafft hatten, um den Papierkram zu erledigen. Die Tauchschule „Diving Poseidon“ lag nur wenige Gehminuten von unserem Airbnb entfernt, welches wir genau deswegen ausgesucht hatten. Vor Ort empfingen uns Bernhard und Ilse, die beiden österreichischen Leiter der Tauchschule, und machten uns mit unserem Tauchlehrer Mbwana, kurz MB, bekannt. Mbwana war einfach der Hammer, immer gut gelaunt merkte man ihm förmlich an, wie er sein Hobby zum Beruf gemacht hatte. Nach eigener Aussage hatte er nach 1500 Tauchgängen zu zählen aufgehört und schätzt, dass er mittlerweile bei rund 2500 Tauchgängen liegt.

Am ersten Tag hatten wir drei Tauchgänge vor uns, da unsere Reiseplanung dem Tauchkurs nur knappe zwei Tage zugestand. Der erste Tauchgang sollte uns das perfekte Tarieren näherbringen, im zweiten stand Navigation auf dem Programm. Besonders freuten wir uns auf Tauchgang Nummer drei, Nackt- äh Nachttauchen.

Trotz 26 Grad Wasser- und 28 Grad Lufttemperatur merkten wir aber auch hier, wie kalt es nach einem anstrengenden Tauchgang auf dem Boot werden kann. Wegen der ständigen Wellenbewegung aufgrund des Windes hätten wir auch besser einen Kaugummi gegen Reisekrankheit mitgenommen. Nachdem wir die ersten beiden Tauchgänge und etwas Theorie hinter uns gebracht hatten, stand am Abend der Nachttauchgang an. Wir wurden zuvor gebrieft, dass wir bei Ebbe einsteigen würden und es eine Seeigelkolonie gibt, welche es zu meiden gilt. Der Tauchgang verlief erst wie erträumt, wir sahen Muränen, einen Tintenfisch und unterschiedlichste Fische im Schein der Taschenlampe. Es kam aber, wie es kommen musste, bei einem zu schnellen Abtauchen ging Yoda auf Schmusekurs mit einem Seeigel, der seine Stacheln in Yodas Oberschenkel bohrte. Autsch. Bernhard wusste nach unserem Tauchgang gleich Rat und besorgte eine junge, noch grüne Papaya, deren Saft die in der Haut verbliebenen Stacheln innerhalb eines Tages auflöst. Die feststeckenden Seeigelstacheln sollten nämlich nicht entfernt werden, um Infektionen zu vermeiden. Somit konnten wir einen Besuch in der lokalen „Al Manna Madical Clinic“ glücklicherweise umgehen, deren Erscheinungsbild nicht wirklich vertrauenserweckend war und der Schreibfehler im Namen trug auch nicht zu einer Verbesserung der Situation bei.

Damit stand Tauchgang vier und fünf am nächsten Morgen nichts mehr im Wege. Beide Tauchgänge führten uns zur Insel Tumbatu. Tauchgang vier war Tieftauchen und führte uns bis auf 26 Meter Tiefe hinunter. Tauchgang fünf stellte zusammen mit dem Nachttauchen unseren Lieblingstauchgang dar, denn da stand der Spezialkurs Unterwasserfotografie auf dem Programm. Wie ihr in der Galerie sehen könnt, ist uns das für den ersten Versuch auch ganz gut gelungen.

Wir waren schon ziemlich stolz, als Mbwana die bestandene AOWD Prüfung in unser Logbook eintrug, und freuen uns schon auf weitere Tauchgänge im Verlauf der Reise. Ein grosses Dankeschön an unseren Tauchlehrer Mbwana, mit dem der Kurs wirklich viel Spass gemacht hat und das ganze Team der Tauchschule Diving Poseidon (Diving Poseidon), insbesondere Bernhard und Ilse.

Am Ende jedes Tauchtages gönnten wir uns jeweils ein Abendessen in einem der Restaurants direkt am Strand.  Cocktails gab es zur Happy Hour für umgerechnet CHF 2.50, ausserhalb der Happy Hour kosteten diese ganze CHF 4. Da kann man nicht meckern. Mit Blick auf den Ozean beendeten wir somit einen anstrengenden, aber spannenden Tauchkurs.

Tag 5: Mit dem Dala Dala zur Spice Tour

Über den Managing Director Foum Ali Garu vom Zanzibar Heritage Spice Center hatten wir eine private Spice Tour vereinbart. Da Zanzibar als Insel der Gewürze bekannt wurde, wollten wir uns diese Tour auf keinen Fall entgehen lassen. Taxis sind in Zanzibar unglaublich teuer, daher beschlossen wir die sogenannten Dala Dalas, kleine Transporter mit seitlichen Sitzbänken, zu testen, da dies auch als abenteuerliche Fortbewegung empfohlen wurde. Um es vorweg zu nehmen, Dala Dalas sind zumindest mit Gepäck die unbequemste Art zu reisen, die wir bisher erlebt haben. Unsere Taschen wurden auf das Dach verladen, auch wenn wir nicht sicher waren, ob sie den Transport heil überstehen würden. Ein Tipp um Abzocken vorzubeugen: Immer den Kondukteur in der weiten Weste (meist braun, sahen aber auch welche in blau und grau) bezahlen. Das Gepäck kostet extra, aber keinesfalls mehr als ein zusätzlicher Passagier zahlen würde, d.h. nicht mehr als 2000 TSH, das sind umgerechnet ca. CHF 1.

Über holprige Strassen ging es nun für gefühlt sehr lange Zeit Richtung Spice Farm. Immer wieder stiegen Leute ein und aus und das Dala Dala wurde ohne Gnade beladen, bis man sich wie in einem Massentiertransport vorkam. Schliesslich kamen wir unbeschadet mit unserem Gepäck beim Tourentreffpunkt an. Hätten wir uns nicht vorher informiert, wie das grosse Schild am Eingang der Spice Farm aussieht, wären wir vermutlich einfach weitergefahren ohne etwas zu merken. Da Foum Ali Garu uns geschrieben hatte, wir sollten seinen Mitarbeiter kontaktieren um nicht von anderen Touranbietern abgeworben zu werden, wimmelten wir zunächst alle herbeieilenden Personen ab, bis uns einer unsere geschickte WhatsApp Nachricht zeigte. Unsere Tour konnte also starten. Ausser unserem Guide war auch noch sein Assistent dabei, der während der Tour tolle Kunstwerke aus Palmblättern bastelte.

Auf der Tour erfuhren wir sehr viele interessante Fakten zu den auf Zanzibar wachsenden Gewürzen und Früchten. So wissen wir jetzt, dass „Chai“ Tee und „Masala“ nichts anderes als gemischt bedeutet. „Masala Chai“ ist also ein gemischter Gewürztee. Wir lernten, dass aus der Wurzel des Zimtbaumes Tiger Balm gewonnen wird und dass Pfeffer je nach Reifegrad grün, weiss, rosa oder schwarz ist, wobei grüner und schwarzer Pfeffer am gesündesten sind. Zum Abschluss kletterte der Assistent auf eine Kokospalme um eine frische Kokosnuss zu ernten und gab uns das Kokoswasser der bis zum Rand gefüllten Nuss zu trinken. Frischer geht’s nicht. Während der Tour konnten wir immer wieder Gewürze und Früchte probieren, womit das Erklärte nicht bloss Theorie blieb. Eine sehr gute Erfahrung und wir empfehlen die Tour weiter, so lange man sie nicht im Rahmen einer Pauschaltour ab Zanzibar bucht (grosse Tourigruppen und viel teurer).

Anschliessend ging es weiter nach Nungwi, wo unser Tauchkurs zum Advanced Open Water Diver starten sollte. Wir wählten wieder das Dala Dala, was sich als keine gute Idee entpuppte. Zunächst mussten wir ein Stück zurück bis zur Haltestelle des Dala Dala Richtung Nungwi zurückfahren. Unser Guide der Spice Tour war uns dabei eine grosse Hilfe. Er organisierte einen Transport auf der Ladeklappe eines Transporters, mit dem wir kostenlos bis zur Dala Dala Station trampen konnten. Er kam auch mit, um uns bei der Wahl des Dala Dala behilflich zu sein. Die Fahrt mit dem Gefährt zog sich länger als gedacht und dann setzte auch noch ein kurzer Regen ein, der das auf dem Dach befindliche Gepäck durchnässte. Nach rund zwei Stunden Fahrt und einer gefühlten Ewigkeit kamen wir schliesslich in Nungwi an und fanden auch unser Airbnb, das sich als recht gewöhnungsbedürftig herausstellte. Wlan und Klimaanlage funktionierten nicht, die Dusche und das WC teilten sich einen Platz und die dünnen Vorhänge liessen jeden Vorbeilaufenden einen Blick in unser gesamtes Zimmer gewähren.

Tag 4: Geheimtipps in Stone Town mit Stadtführer Farid Hamid

Bei unserer Ankunft in Zanzibar holte uns der Bruder unseres Airbnb Gastgebers am Flughafen ab und nach kurzer Fahrt erreichten wir Stone Town. Hier waren wir mit dem Historiker Farid Hamid verabredet, der uns eine Führung durch den historischen Kern Zanzibars geben sollte. Zunächst gingen wir aber gemütlich bei Lukmaan zum Essen. Lukmaan bietet echte zanzibarische Küche zu günstigen Preisen. Da wir nicht recht wussten, was die Speisen in den Auslagen waren, kam uns Mahmoud zu Hilfe. Solltet ihr im Lukmaan essen gehen, fragt am besten gleich, ob Mahmoud da ist und lasst euch von ihm das Menü kurz erklären. Er ging mit uns alle Töpfe durch und beschrieb kurz das jeweilige Gericht. Empfehlenswert sind auch die frischen Smoothies, welche aus den täglich wechselnden Früchten in der Auslage zusammengestellt werden können. Wir hatten uns für vegetarisches Curry, Shrimp Curry, zwei unterschiedliche Arten Gewürzreis, Fladenbrot, grüne Kuhwiese (das war zumindest der Geschmack der grünen Blätter, welche wir unbedingt testen wollten) und zwei Smoothies für unter CHF 10 entschieden. Die Dachterrasse bietet ausserdem eine schöne Sicht auf das geschäftige Treiben in der darunterliegenden Gasse im Schatten eines Baobab-Baumes.

Gestärkt ging es weiter zum House of Wonders, wo wir uns mit Farid Hamid treffen wollten. Weit und breit war aber kein Farid zu sehen. Nachdem wir einige Zeit auf und ab gelaufen waren, kam uns ein anderer Tourguide entgegen und fragte, ob wir eine Tour benötigten. Wir teilten ihm mit, dass wir bereits bei Farid gebucht hätten und er rief begeistert aus, dass Farid sein Lehrer sei und er ihn schnell anrufen würde. Später merkten wir, dass Farid ziemlich jeden in Stone Town kennt, als es während der Tour ständig Handshakes und Umarmungen gab und Farid fleissig Einladungen für seine anstehende Party verteilte, deren Erlös in seine Stiftung fliessen sollte. Nach einem kurzen Telefonat stellte sich heraus, dass unser Führer zwei Touren durcheinandergebracht hatte und wenig später erschien er am vereinbarten Treffpunkt. Er wirkte auf uns wie eine charmante Mischung aus Omar Sharif und einem verwirrten Professor und er kannte jedes Detail aus der Geschichte Zanzibars.

Wir lernten beispielsweise, dass Zanzibar bereits vor New York und London elektrische Strassenbeleuchtung hatte und dass das House of Wonders so heisst, da es dort Wasser, Strom und einen Aufzug gab, was zur Zeit seiner Erbauung eine Sensation gewesen war.

Besonders interessant war die Bedeutung der Tücher (Khanga), die Frauen tragen und welche eine Botschaft vermitteln. Früher war die Verschleierung bunt, durch den arabischen Einfluss wurde sie schwarz. Jede Farbe und jedes Muster hat dabei eine eigene Bedeutung. So stellt blau die Farbe für Betrug dar, wohingegen schwarz ursprünglich Freiheit und später Vertrauen bedeutete. Auch wie das Tuch gebunden ist, gibt Informationen über seine Trägerin preis. Diese Art der Kommunikation erinnert an bayrische Trachten, wo die Schleife rechts bzw. links am Dirndl anzeigt, ob die Dame vergeben oder noch zu haben ist.

Farid zeigte uns während der Stadtführung mehrere interessante Snacks, welche wir probieren durften:

  • Kashata (Kokos mit Zucker)
  • Frische Kartoffelchips mit scharfer Chilisauce
  • Baobab Candy mit roter Farbe und Zucker
  • Schmalzgebäck bei Jaws Corner, der Ort an dem sich die Männer Zanzibars auf einen Kaffee mit Ingwer zum Gespräch und Brettspiel treffen und der so heisst, weil nach dem Film „Der weisse Hai“ („Jaws“ im Original), der von allen Seiten am weitesten vom Meer entfernte Platz Stone Towns zum Treffpunkt erklärt wurde.

Ein Hauptbestandteil der Führung waren die speziellen Türen in Zanzibar, die einen Sonderstatus einnehmen. Hier verschmelzen die Einflüsse der ehemals regierenden Herrscher, d.h. Perser, Araber, Briten, Portugiesen und Inder, in der Verzierung der Türen. Rechteckige Türen sind swahilisch, wohingegen ein Bogen über der Türe den arabischen Einfluss markiert. Die Anzahl Blüten am oberen Türrahmen symbolisieren die Anzahl der Bewohner im entsprechenden Haus. Sogar das Freddie Mercury House hat eine Tür im typischen Zanzibarstil.

Farid erklärte uns, dass die Einwohner Zanzibars sehr tolerant bezüglich unterschiedlicher Kulturen sind und sich dies auch darin zeigt, dass die Gotteshäuser verschiedener Religionen direkt nebeneinander liegen, was sogar in einer eigenen Briefmarke festgehalten wurde. Inzwischen sei dem nicht mehr so, aber früher habe man beim Beten in der Moschee die Kirchenglocken läuten und in der Kirche den Gesang aus der Moschee und dem Hindutempel daneben gehört. Eben dieses Miteinander der Religionen sei im Sinne des Sultans gewesen, welcher die Gotteshäuser nebeneinander bauen liess.

Zum Abschluss zeigte uns Farid noch den besten Aussichtspunkt der Stadt auf der Terrasse des Tea House im Emerald Spice Hotel (Tea House).

So endete ein gelungener und lehrreicher Tag in Stone Town, den wir mit einem Smoothie im Lukmaan ausklingen liessen.

Da in Zanzibar die Einflüsse der ehemaligen Herrscher auch geschmacklich verschmelzen und die Küche Zanzibars von Einflüssen aus Oman, Iran und Indien lebt, bot uns die Woche auf der Gewürzinsel einen Vorgeschmack dessen, was uns auf der weiteren Reise noch erwartet und liess die Vorfreude auf die kommenden Monate steigen.

Tag 4: Mit Kenya Airways über Kilimanjaro nach Zanzibar

Früh morgens (04:30) klingelte bereits der Wecker, da unser Taxi zum Flughafen für 05:00 bestellt war. Eigentlich planen wir weniger Zeit zum Flughafen ein, aber mehrere Berichte und die Hotelleitung rieten pünktlich zu starten. Verkehrsflussstörungen gab es um diese Zeit im sonst so Stau geplagten Nairobi noch nicht. Als wir kurz vor dem Flughafen waren, wurde uns langsam klar, wieso wir so früh los mussten. Bereits vor der Einfahrt ins Flughafengebiet gab es die erste Sicherheitskontrolle. Dabei stiegen alle Mitfahrer aus und betraten ein Gebäude, in welchem ein Metalldetektor alle Passagiere und ein Röntgenscanner deren Gepäck prüfte, bevor diese auf der anderen Seite des Gebäudes wieder ins Fahrzeug stiegen. Der Sinn dieser Massnahme hat sich uns nicht ganz erschlossen, da Fahrer und Gepäck im Auto augenscheinlich nicht weiter geprüft wurden.

Die nächste Sicherheitskontrolle erfolgte bei Betreten des Flughafengebäudes, dort wurde das gleiche Spiel noch einmal gemacht. Danach erst ging’s zum Check-in und zur Passkontrolle. Natürlich erfolgte danach noch eine weitere Sicherheitskontrolle, wie man sie auch von anderen Flughäfen kennt. Dank unseres Skymiles Status konnten wir immerhin die Schlangen etwas abkürzen und die Kenya Airways Lounge für ein kleines Frühstück nutzen. Erwähnenswert ist der handgemachte Cappuccino, der wirklich lecker war. Das Essen kann man getrost überspringen, zur Auswahl standen z.B. pochierte Eier, die nicht nur komplett durchgehärtet mit bereits ergrautem Dotter, sondern auch nur noch lauwarm waren. Als wir uns auf den Weg zum Flieger machten und unsere Bordkarte gescannt wurden, gab es eine freudige Überraschung. Wir erhielten auf ein Ticket dank Status ein Upgrade in die Business Class und da der Flug aus zwei Segmenten bestand (Nairobi-Kilimanjaro-Zanzibar), konnten wir beide für je ein Segment Business fliegen.

Leider war das Wetter sehr bewölkt und so konnten wir den Kilimanjaro im Anflug auf den gleichnamigen Flughafen nicht in voller Pracht bewundern. Für ein paar Fotos reichte es aber allemal. Nach der Landung erfuhren wir von neu zugestiegenen Passagieren, dass wir Glück hatten, den Kili überhaupt gesehen zu haben. Diese waren nämlich drei Tage vor Ort und bekamen ihn in dieser Zeit wegen des Wetters nie zu Gesicht.

Nach einem kurzen Aufenthalt flogen wir weiter nach Zanzibar, wo wir uns ein Visa on Arrival holten und schliesslich ins gebuchte AirBnB in Stone Town gebracht wurden.

Tag 3: Einkaufen auf dem Maasai Markt

Heute ging es zum Maasai Markt in Nairobi. Der Markt findet täglich an einem anderen Ort statt, weswegen wir uns vorher schlau gemacht hatten, wo wir hin müssen (http://www.kenyanpoet.com/2014/04/04/the-maasai-market-open-days-schedule-in-nairobi)

Wir hatten uns schon am Tag zuvor gefragt, wieso sehr wenige Touristen anzutreffen sind und erfuhren von einer Händlerin, dass in einer Woche Wahlen anstehen. Da erinnerten wir uns auch wieder an den Hinweis des Auswärtigen Amts, dass es in den Wochen vor den Wahle zu Unruhen kommen könnte.

Neben einigen aufdringlichen Händlern hatte es auch viele, welche gleich einen fairen Preis bei guter Qualität boten. Es gab Schnitzereien aus Holz und Stein, Gemälde, Kleidung, Schmuck und und und zu kaufen. Wir erwarben Besteck aus Olivenholz von einem Zwischenhändler, der das Besteck unbehandelt anbot und vor unseren Augem ölte, wodurch die typische Maserung des Olivenholzes betont wurde. Der Heimtransport unserer Einkäufe verdient einen Abschnitt für sich. Auf dem Markt lernten wir ausserdem, wie gefälschtes von echtem Ebenholz zu unterscheiden ist. Hier sollte darauf geachtet werden, dass Ebenholz sehr schwer ist und die tiefschwarze Farbe in poliertem Zustand stark glänzt. Ein relativ leichtes Stück Holz, das eher matt und dunkelgrau erscheint, spricht hingegen für eine Fälschung. Auch Kratzer und Bruchstellen, die helle Farbe zum Vorschein kommen lassen, sind ein klares Anzeichen dafür, dass es sich hierbei nicht um Ebenholz handelt, sondern lediglich ein anderes Holz übermalt wurde.

Da unsere Reise noch ein paar Monate andauert und wir unsere Einkäufe nicht einmal um die Welt transportieren möchten, beschlossen wir diese heimzuschicken und suchten eine kenianische Poststelle auf. Paketboxen werden dort schon mal keine verkauft, wir sollten es aber bei einer gegenüberliegenden Buchhandlung probieren. So zogen wir weiter zu Marys Buchladen nebenan, der über und über mit gerahmten Bibelzitaten dekoriert war. Für umgerechnet knapp 1 CHF erwarben wir einen Pappkarton, Zeitungen zur Polsterung und eine Rolle Klebeband.

Mit unserer Gepäckwaage wogen wir bereits vor Befüllen des Kartons alles, was hinein sollte, und kamen auf ein Gesamtgewicht (inkl.Karton) von rund 4.8kg. Nachdem wir alles sicher verpackt hatten, gingen wir zur Post zurück und füllten als erstes das Zollformular aus. Es war inzwischen 30min vor Ladenschluss, wir lagen also gut in der Zeit. Wir hatten ausgerechnet, dass die gewogenen knapp 5kg umgerechnet 20 CHF kosten. Leider hatten wir hatten die Rechnung ohne die unzuverlässigen Koffer- bzw. Paketwaagen gemacht, denn gemäss postinterner Gewichtsbestimmung kam unser Paket plötzlich auf über 5kg und damit auf Versandkosten von 30 CHF. Da wir diesen Betrag nicht mehr in Kenianischen Schilling hatten, fragten wir, ob wir auch mit US Dollar oder Karte bezahlen könnten. Natürlich war dies nicht möglich. So startete die Suche nach dem nächsten ATM.

Mittlerweile war es 17:00 und die Poststelle hätte eigentlich bereits geschlossen. Liebe Schweizer Post, jetzt könnt ihr etwas in Sachen Kundenservice lernen. ATM Nummer eins war „out of the money“ (hatte kein Geld mehr), ATM Nummer zwei hatte nicht einmal mehr Strom (ausser Betrieb). Also schnell zurück zur Post und gefragt, ob wir einen Teil mit Schilling und einen Teil mit USD zahlen und sie uns das Wechselgeld in Schilling geben könnten. Offiziell ginge dies nicht, wurde uns mitgeteilt, während das Paket für den Versand vorbereitet wurde. Inoffiziell verliessen wir die Post mehr als 30 Minuten nach Feierabend ohne Pappkarton, dafür mit einer Trackingnummer. Auch wenn die Post keine Fremdwährung akzeptiert, so nahm die geduldige Postangestellte unsere USD um diese am nächsten Tag selbst gegen Kenianische Schilling einzutauschen. In Kenia hatten wir durchgehend das Gefühl, dass man immer irgendwie eine Lösung findet. Alle Leute waren extrem hilfsbereit und freundlich, wie wir am gleichen Tag noch einmal erfahren sollten.

Am Abend gingen wir bei Mama Rocks (https://mamarocksburgers.com) essen. Mama Rocks ist ein Food Truck, der sich meist an der gleichen Stelle in einem Ausgehviertel in Westlands befindet. Hier waren wir in einem gehobeneren Teil von Nairobi, wie wir schon beim Einlass auf das Gelände merkten, das stark mit Sicherheitspersonal abgeschirmt wurde. Uns war es sehr peinlich, dass wir die einzigen waren, die noch Safarikleiung mit langer Hose und Wanderschuhen trugen, während alle anderen Besucher (sehr viele weisse Expats, wie uns schien) sehr schick gekleidet waren. Zum Essen gab es Mango Burger, Guaven Chicken Wings, süsse Kochbananen und einen Hibiskusdrink. Während des Essens konnte man den Dokumentarfilm über Amy Winehouse gucken, da jeden Dienstag auf dem Gelände ein kostenloses Open Air Kino für die Gäste stattfand. Eine sehr gute Initiative, wie wir fanden, die gerne Nachahmer bei uns finden könnte. Da wir ins Hotel gerne ein Uber genommen hätten, aber das WLAN nicht funktionierte, half uns das Personal kurzerhand aus, indem mit einem privaten Handy ein Hotspot für uns erstellt wurde.

Fazit: Wir haben selten durchgehend so freundliche, hilfsbereite Menschen wie in Nairobi getroffen. Der kurze Eindruck, den wir vom Land gewinnen konnten, war sehr positiv und entspricht überhaupt nicht dem Bild, das durch gewisse Reisewarnungen vermittelt wird („Nairobbery“). Natürlich sollten gerade in gewissen Gegenden die üblichen Vorsichtsmassnahmen getroffen werden, dennoch finden wir, dass der eingebrochene Tourismus durchaus unterstützt werden sollte, und wir können eine Reise nach Nairobi nur wärmstens empfehlen.

Tag 2: Unsere erste Safari

Von dänischen Büchern, Elefanten, Giraffen und weiteren Tieren im Nairobi National Park

Nach einem ausgiebigen Frühstück auf der Rooftop-Terrasse unseres B&B erwartete uns ein straffer erster Tag in Nairobi. Unser Fahrer Leonard, der pünktlicher war als wir, holte uns um 07:30 in der Lobby ab. Wir können Leonard (leonardfunditaxie@gmail.com) im Übrigen sehr empfehlen, dazu später mehr.

Im Karen Blixen Museum lernten wir die Geschichte der Autorin, die auch den Klassiker „Jenseits von Afrika“ schrieb, kennen und besichtigten ihr Haus, welches als Set für selbigen Film diente. Danach ging es gleich weiter zum David Sheldrick Elephant Orphanage, welches täglich nur eine Stunde für Besucher geöffnet ist. Hier werden Elefantenwaisen, die in der Wildnis kaum eine Überlebenschancen hätten, aufgenommen und mit der Flasche gross gezogen. Mehrere Warzenschweine hatten sich unter die Elefanten geschlichen, um auch etwas Futter bzw. Aufmerksamkeit zu erhaschen. Olaf liess es sich nicht nehmen, mit beiden Tieren ein Selfie zu machen, allerdings bedürfen seine Fotokünste noch etwas Übung.

Im Anschluss fuhren wir weiter ins Giraffe Center. Wir können den Besuch allen empfehlen, das Center ist ein Aufzuchtprogramm der bedrohten Rothschild-Giraffe. Am besten gefiel uns natürlich, die Giraffen – insbesondere ihren süssen Nachwuchs – füttern und schmusen zu können. Man sollte sich mit dem Rücken nicht zu den Giraffen platzieren, wie einigen Besuchern klar wurde, als sie eine Kopfnuss von den Tieren bekamen.

Das Highlight des Tages war aber der Game Drive im Nairobi National Park. Unter anderem gab es Nashörner, Flusspferde, Giraffen, Zebras, Impalas, Büffel und einen Löwen zu sehen, viele davon sogar mit Jungtieren. Damit haben wir schon 3 der Big Five (Löwe, Büffel, Nashorn, Leopard, Elefant) in freier Wildbahn beobachtet. Hier hat sich unser Fahrer bezahlt gemacht. Will man nämlich den Park erkunden, geht dies nur bis zu einem bestimmten Punkt zu Fuss. Danach geht’s mit dem eigenen Auto (nicht ratsam, da teuer und stressig), einem Tourbus (noch weniger ratsam, da nicht flexibel und teuer) oder einem lokalen Fahrer, für dessen Auto nur ein Bruchteil des üblichen Autoeintritts für Auswärtige gezahlt werden muss, weiter. Unser Fahrer fuhr uns sogar an einen See, in welchem Flusspferde mit ihren Jungen schwammen, obwohl das offiziell nicht gestattet ist. Nach einer Rüge eines Park Rangers, der uns nach einiger Zeit entdeckte, mussten wir leider weiter. Wir waren schon ganz enttäuscht keinen Löwen gesehen zu haben, als unser Fahrer inmitten einer Zebraherde äusserte, dass ihr Verhalten auf die Anwesenheit eines Löwen schliessen lässt. Uns war nichts Speziellen aufgefallen, aber Leonard setzte den Wagen zurück, fuhr ein Stück, spähte durch unser Fernglas und plötzlich sahen wir es auch: ein Löwenweibchen, das unter einem Busch döste. Solche Erlebnisse hätten wir ohne unseren Fahrer verpasst.

Da Bilder bekanntlich mehr als Wortes sprechen, haben wir eine Auswahl unserer heutigen Eindrücke in die Fotogalerie geladen. Sind die Tierbabys nicht super niedlich?